Asako Yuzuki

Butter

Roman
Cover: Butter
Blumenbar Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783351050986
Gebunden, 442 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmörderin Manako Kajii, die sich im Leben nimmt, was sie will. Sie soll Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben. Manako behauptet, sie verabscheue nichts mehr als "Margarine und Feministinnen" und habe eine ausgeprägte Leidenschaft für hemmungslosen Genuss und insbesondere Butter. Jetzt, wo sie im Gefängnis sitzt, empfängt sie Rika unter der Bedingung, nur über ihre Kochkünste zu reden. Für Rika werden die Begegnungen mit Manako zu einer Meisterklasse der Lebenskunst. Ein Roman, der Essen und Trinken feiert, vor allem aber die unmöglichen Erwartungen thematisiert, die an Frauen in patriarchalen Gesellschaften heute gestellt werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2022

Vergnügt liest Rezensent Steffen Gnam diese Romansatire der japanischen Autorin Asako Yuzuki, in der die Reporterin Rika in die Koch- und Lebensschule einer Männermörderin geht. Rika soll die im Gefängnis sitzende Manako für eine Frauenzeitschrift interviewen, um alles über deren erotische und kulinarische Verführungskünste in Erfahrung zu bringen. Manako hat ihre Geschichte und die brachte sie dazu, zwei Dinge zu verabscheuen, wie uns Gnam verrät: "Feministinnen und Margarine." Ziemlich gewitzt findet er, wie Yuzuki hieran eine Recherche zu Frauenbildern, Liebessurrogaten und japanischer Esskultur anschließt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.03.2022

Martin Oehlen annonciert einen wunderbar eigensinnigen Roman mit diesem Buch der japanischen Schriftstellerin Asako Yuzuki, der, wie der Kritiker erklärt, lose auf einem Fall aus dem Jahr 2009 basiert. Erzählt wird die Geschichte von Manako, die einen Gourmet-Blog betreibt, vor allem für Butter schwärmt, bald als Serienmörderin verdächtigt und verhaftet wird und den Besuchen der Journalistin Rika nur zustimmt, wenn sie einzig über Essen reden, resümiert Oehlen. Die Geschichte dreht sich im Wesentlichen um die "Selbstermächtigung" japanischer Frauen, fährt der Kritiker fort, der hier etwa liest, dass übergewichtige Japanerinnen oft "schief angesehen" werden. Bei allen Einblicken in das japanische Geschlechterverhältnis hat Yuzuki aber keineswegs eine Streitschrift verfasst, versichert der Rezensent, der die herrlich skurrile Geschichte nicht zuletzt dank der Rezepte und der souveränen Übersetzung durch Ursula Gräfe empfiehlt.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Ingo Schulze. Das Wasser im August - Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ingo Schulze: Das Wasser im August
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…