Mehr sexuelle Fantasien der Frauen im 21. Jahrhundert
dtv, München 2026
ISBN
9783423285568 Gebunden, 384 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Claudia Amor, Sylvia Bieker, Gisela Fichtl und Anke Wagner-Wolff. Nach 'WANT' kehrt Gillian Anderson mit 'MORE' zurück - einem noch internationaleren und intimeren Blick auf weibliche Lust. Wieder haben Tausende Frauen aus aller Welt anonym ihre Fantasien geteilt. Anderson kuratiert diese Stimmen zu einem Manifest weiblicher Freiheit und Selbstbestimmung. 'MORE' ist keine Sammlung erotischer Beichten, sondern ein Experiment: über Scham zu sprechen, Grenzen zu sprengen und Lust als Sprache der Selbstermächtigung zu begreifen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2026
Die wohl bekannteste Sexualtherapeutin unserer Zeit ist eine fiktive Figur: Gillian Anderson hat Dr. Jean Milburn in der Erfolgsserie "Sex Education" gespielt und das Thema Sex in vielfältiger Weise für ihre öffentliche Persona nutzbar gemacht, amüsiert sich Rezensentin Daniela Gassmann. Schon vor zwei Jahren brachte Anderson ein Buch mit den sexuellen Fantasien zahlreicher Frauen heraus, die sich über ein anonymes Online-Formular gemeldet hatten, im neuen Band kommt wieder einiges zusammen, wohl auch eine Fantasie von Gillian Anderson, wie Gassmann verrät. Sie bleibt ein bisschen skeptisch, kommt ihr doch das Versprechen, dies sei ein Befreiungsschlag für Frauen, ziemlich groß vor und dass Anderson damit auch wirtschaftliche Interessen verfolgt, sollte ihr zufolge auch nicht außer Acht gelassen werden. Viele der Fantasien ähneln sich, seufzt die Kritikerin, als sie zum vierundvierzigsten Mal das Wort Pussy lesen muss. Spannend wird es für sie, wenn Widersprüchliches oder Ungewohntes ausgelotet wird, wenn sich zum Beispiel eine deutsche Frau fragt, warum sie als Feministin unbedingt einen Partner mit einem großen Penis möchte. Abschließend findet die Rezensentin, dass das Buch trotz Wiederholungen tatsächlich eine "wahre Machtgeste" ist, weil es nämlich klar macht, dass weibliches Begehren auch konventionell sein und einfach existieren darf.
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