Eduard, der Ich-Erzähler, kommt nach vielen Jahren im südlichen Afrika zurück in die deutsche Provinz. Die Horizonte eng, die Leute brav und bieder: Der Heimkehrer wiegt sich in dem Glauben, mit seiner Weltläufigkeit allen anderen haushoch überlegen zu sein. Doch er muss feststellen, dass niemand sonderlich beeindruckt ist am wenigsten sein Jugendfreund Heinrich, "Stopfkuchen" genannt. Voller Nostalgie denkt Eduard an die gemeinsam verbrachte Zeit zurück. Der Freund hat eine ganz eigene Geschichte zu erzählen: von Quälereien, an denen Eduard nicht unbeteiligt war, und von einem Mord, für den ein Unschuldiger büßte. Plötzlich erscheint die verklärte Kindheit in vollkommen anderem Licht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2010
Erfreut zeigt sich Rezensent Thomas Meissner über diese Ausgabe von Wilhelm Raabes Roman "Stopfkuchen" anlässlich des hundertsten Todestags des Schriftstellers. Dass Rabe aufgrund seiner umständlichen Erzählweise als schwierig zu genießen gilt, verschweigt er nicht. Auch "Stopfkuchen" wartet in seinen Augen mit einer Geschichte auf, die mit wenig Handlung auskommt und noch dazu "provozierend langatmig" erzählt wird. Doch wer Raabe für einen "betulichen Erzähler" hält, irrt seines Erachtens gewaltig. Gerade die Hauptfigur des Romans, Heinrich Schaumann genannt Stopfkuchen, die Meissner einfach unvergesslich findet, entpuppt sich als zutiefst abgründig und irritierend.
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