Das Buch beruht auf Forschungen zu bis heute schwer zugänglichen, vielfach nur fragmentarisch erhaltenen oder auch verschollenen Filmen aus dem Zeitraum zwischen 1918 und 1933, die sich dem Problem des Schwangerschaftskonflikts und möglicher Lösungen in fiktionalen und halbfiktionalen Formen widmen. Es beschreibt das ästhetische Formenrepertoire, die Symbole, Bild- und Sprachformeln, mit denen diese Filme oft in enger Beziehung zur zeitgenössischen Bildenden Kunst, Literatur und Theater den Themenkomplex kinematographisch konkretisieren. Es werden Filme wie "Cyankali" und "Kuhle Wampe" herangezogen, aber auch weniger bekannte zeitgenössiche Aufklärungsfilme.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2006
Diese Dissertation über Schwangerschaftskonflikte im deutschen Film von 1918 bis 1933 hat Rezensent J. Ka. vor allem gezeigt, dass sozialpolitisch umstrittene Themen wie Abtreibung gern vom Mainstreamkino aufgegriffen wurden, "wenn sie sich in einem Genre vereinnahmen ließen". Schwangere Heldinnen eigneten sich hervorragend für das Genre des Sittenfilms. Eine Abtreibung, lesen wir, endete immer mit "Siechtum, persönlichen Katastrophen und Sühne durch den Tod" der Frau. Dafür sorgte schon die Zensur, erklärt der Rezensent. Ab Mitte der zwanziger Jahre versuchten Regisseure die Norm manchmal durch Nebenhandlungen "aufzuweichen", die andere Konflikte aufscheinen ließ, zum Beispiel die Klassenmedizin. Die Unterlegung der Film- und Produktionsgeschichten mit der Sozial- und Kulturgeschichte jener Jahre findet der Rezensent jedenfalls "überzeugend".
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…