Herausgegeben von Agnès Sire. Mit Texten von Gonzalo Leiva Quijada und Agnès Sire. Gestaltung von Xavier Barral, Coline Aguettaz. Man könnte Sergio Larrain den Fotograf der Fotografen nennen. Aus der Perspektive eines Landstreichers gelangen dem Chilenen atemberaubende Aufnahmen, die größtenteils in den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden: Dramatisches Licht, tiefe Schatten, experimentelle Bildausschnitte prägen seine ungeschönten, einfühlsamen Schwarz-Weiß-Bilder von Prostituierten, Straßenkindern oder Bettlern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2014
Anlässlich der Ausstellung "Henri Cartier-Bresson. Mexiko & Sergio Larrain" hat die ehemalige künstlerische Leiterin der Agentur Magnum einen imposanten Bildband des chilenischen Fotografen Sergio Larrain veröffentlicht. Damit verhelfe Agnes Sire einem Künstler endlich zu der Öffentlichkeit, die ihm gebührt, freut sich Hannes Weskott. Ohne jede Sentimentalität sieht sie in Larrains Aufnahmen das Elend von Straßenkindern in Chile festgehalten, und alle Formen des Schreckens von Kriegsopfern in Algerien bis zum Leben der Mafia auf Sizilien. Besonders hilfreich für den Zugang zu Person und Werk findet die Rezensentin die Briefe und Dokumente, die den Bildern beigefügt sind.
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