Aus dem Englischen von Else Laudan. Fünf Studentinnen fahren zum Auswärtsspiel nach Kansas. Ihr Team siegt, es wird gefeiert. Am nächsten Morgen sind es nur noch vier. Privatdetektivin V. I. Warshawski muss auf die Suche gehen. Doch unter jedem Stein, den sie umdreht, kriechen neue Rätsel hervor. Sind die Ungeheuer, mit denen sie kämpft, real oder Produkt ihrer Albträume? Entsteigen sie der Gegenwart oder der Vergangenheit?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.09.2025
Sara Paretsky kennt Rezensentin Sylvia Staude als eine Autorin, die nicht davor zurückschreckt, die Schieflagen in den USA in ihren Krimis zu benennen: Dafür hat sie ihre Protagonistin Vic Warshawski erschaffen, die in diesem Band noch von einer vorhergegangenen Ermittlung traumatisiert ist. Hier muss sie nun das Verschwinden einer Sportlerin und den Mord an einer "nervigen Hobby-Historikerin" klären, bei dem sie selbst zur Verdächtigen wird, schildert Staude. Ihr gefällt, wie realistisch die Ermittlerin gestaltet ist, der eben nicht einfach die Lösung des Falls in den Schoß fällt, und mit welchem Humor Paretsky erzählt. Auch die eingezogene Ebene, die Rassismus in den USA thematisiert, überzeugt sie, wie sie schließt.
Vielleicht ist ein lässiger Umgang mit dem Altern in der Genreliteratur ein "europäisches Ding", überlegt Rezensentin Katharina Granzin - der weiblichen Hauptfigur von Sara Paretskys Krimi-Reihe, von der nun der neuste Band vorliegt, sei dies auf jeden Fall nicht vergönnt: wie eingefroren im mittleren Alter turne die Chicagoer Detektiven auch hier noch zwischen dealenden Teenies, deren "Mutter" sie sein könnte herum und behaupte sich in körperlich ambitionierten Actionszenen - obwohl ihr erster Fall, bei dem sie Mitte dreißig war, schon 1982 erschien und die Zeit um sie herum im Buch genauso weiterläuft wie unsere, stellt Granzin verdutzt fest. "Schade" findet sie das besonders, weil dadurch auch "Glaubwürdigkeitspunkte" flöten gehen, die der Reihe mit ihren gewichtigen gesellschaftspolitischen Themen guttun würden - diesmal geht es um enteignetes Land, das ursprünglich in afroamerikanischem Besitz war, so Granzin. Abseits des interessanten Themas biete der Band aber wenig Neues - eine nach Schema F verfasste Fortsetzung "zum Weiterblättern".
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