Aus dem Englischen von Benjamin Schwartz. "Gleich und anders" ist die erste umfassende Geschichte gleichgeschlechtlicher Beziehungen in globaler Perspektive. Zu allen Zeiten und überall auf der Welt hat sich ein Teil der Männer und Frauen nach einer intimen Beziehung zu Menschen des eigenen Geschlechts gesehnt. Das Buch zeigt, welchem Wandel gleichgeschlechtliche Sexualität unterlag: Ob der rituelle Sex der australischen Aborigines, die Liebe des geteilten Pfirsichs in der chinesischen Ming-Dynastie, die Männerbünde des Wilden Westens, die Garçonnes der Zwanziger Jahre oder die Ledermänner auf den Christopher-Street-Days, das Buch versammelt Beiträge aus allen Lebenswelten. Es bietet einen umfassenden Einblick in ein lange verborgenes Kapitel der Geschichte des privaten Lebens. Mit seinem kulturübergreifenden Blick widerlegt "Gleich und anders" die Vorstellung eines zeitlos gültigen Kanons "normaler" Sexualität.
Hohe Anerkennung zollt Wilhelm Trapp diesem Band über die globale "Geschichte der Homosexualität", in dem der australische Historiker Robert Aldrich Beiträge von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt versammelt hat. Auf diese Weise konnte eine "kulturhistorische Weltkarte" entstehen, in denen sich die Autoren an einer Genealogie der historischen und soziokulturellen Bedingungen von Homosexualität versucht haben: Von der chinesischen Pornoliteratur über die Praktiken sodomitischer Indianer bis zur traditionsreichen lesbischen Liebe in Westafrika - und alles "unzimperlich illustriert". Über kleine begriffliche Unschärfen der Übersetzung sieht Trapp da gerne hinweg. Besonders, dass hier die eurozentristische Perspektive zugunsten einer post-kolonialen aufgegeben wurde, konnte dem Rezensenten viele neue Erkenntnisse verschaffen. So bleibt bei ihm der Eindruck, dass hier "ein theoretisch tückisches Thema glänzend erklärt" wurde.
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