Wenn er schreiben wollte, zog sich Samuel Beckett in sein kleines Landhaus in Ussy-sur-Marne zurück. Hier entstanden zahlreiche Meisterwerke. Aber hier feierten auch seine Schreibhemmungen wahre Triumphe! Ein neunmonatiges Stipendium soll es dem Protagonisten in Rainer Wieczoreks Novelle ermöglichen, ein Essay über Becketts Schreib-Refugium zu verfassen. Ein Anfang ist bald gefunden, jäh aber versiegt das Schreiben, als im "Spanischen Haus" gegenüber des Gartens ein Tubist beginnt, sein tägliches Pensum aufzunehmen. Tonleitern. Staccato-Übungen. Pralltriller. Es ist zum Heulen. Zum Lachen. Aber nicht zum Schreiben.
Jochen Schimmang hat Rainer Wieczoreks "Tuba-Novelle", die zweite einer Trilogie von Künstlernovellen, mit großem Vergnügen gelesen. Dabei hat die Geschichte um einen Schriftsteller, der ein Stipendium nutzen soll, um einen Essay über Samuel Becketts Haus in Ussy-sur-Marne zu schreiben, aber dabei von einem Tuba übenden Nachbar gestört wird, in seinen Augen nichts Klamaukhaftes, denn Wieczorek verzichtet darauf, was naheliegend wäre, eine Kampfszene zwischen den beiden Künstlern zu entwickeln. Schimmang findet in dem Buch einen Reihe von Motiven, die durchaus an Beckett erinnern, etwa das des großen Scheiterns. Er sieht Wieczorek sowohl im Blick auf seine Sprache als auch im Blick auf die Komposition des Buchs als "hochmusikalischen Autor". Zudem bescheinigt er ihm einen wunderbaren Sinn für Komik.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…