Peter Stadler

Cavour

Italiens liberaler Reichsgründer
Cover: Cavour
Oldenbourg Verlag, München 2001
ISBN 9783486565096
Broschiert, 182 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Die Revolution von 1848 machte den erfolgreichen Großgrundbesitzer Cavour zum Wegbereiter der Einigung Italiens, mit dem Königreich Sardinien in der Vorreiterrolle. Nach parlamentarischen Anfängen und der Redaktion des "Risorgimento" profilierte er sich als Handelsminister, bis er 1852 an der Spitze des "großen Ministeriums" die Politik des Königreiches lenken konnte. Die durch Handelsverträge vorbereitete Annäherung an Westeuropa gipfelte im Krimkrieg in der Allianz mit England und Frankreich und ermöglichte den Einigungskampf von 1859 gegen Österreich, der in die Befreiung des Südens überging. Die dynamische Wechselwirkung von Innen- und Außenpolitik führte zu einer Realisierung des Einheitsstaates ohne föderalistische Alternative. Dabei war Cavours Werk trotz dessen Liberalismus kaum weniger eine Reichsgründung von oben als diejenige Deutschlands. Weil aber Cavour jegliche Dämonie und Faszination des Bösen fehlte, war in einem Zeitalter der Diktaturen das Interesse an seiner Persönlichkeit rasch erlahmt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2001

Der Autor lobt den Conte Cavour hoch, den "Reichsgründer" und vielleicht "größten Staatsmann des 19. Jahrhunderts", und Henning Klüver ist entzückt: Die Arbeit: ein Meilenstein! ruft er und freut sich über die erste "umfassende Veröffentlichung" zum Thema "seit Treitschkes Essay von 1869." Dass Stadler "eng an den historischen Abläufen" den Aufstieg des Conte beschreibt, erfahren wir, aber auch, dass der Rezensent sich manchmal "Vertiefungen" und ein Namens- und Ortsregister gewünscht hätte. Wenn Klüver am Ende die "unkritische Konzentrierung auf den liberalen Charakter Cavours" dann noch sauer aufstößt, ist man allerdings geneigt zu denken ..., aber nein, nein: Mit Cavour erst verstehen wir Italien; die Arbeit ist und bleibt: ein Meilenstein!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2001

Peter Stadler, einst Ordinarius für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit in Zürich, hat sich viel vorgenommen, meint Hanno Helbling. Eine Biografie über den piemontesischen Staatsmann und Gründer des italienischen Einheitsstaates Camillo Cavour zu schreiben, sei kein leichtes Unterfangen. Zumal es, berichtet der belesene Rezensent, bereits ausführliche Biografien über Cavour gibt. Und doch, lobt Helbling, bietet Stadler etwas Neues. Zitierend und kommentierend habe er seine eigenen Akzente gesetzt. Mühe- und widerstandslos hat Helbling die Biografie verschlungen und betont die Relevanz von Cavour, den er für den einzigen wirklichen Staatsmann Italiens hält.
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