Aus dem Englischen von Nadine Miller. "Technologische Singularität" bezeichnet den Zeitpunkt, an dem von künstlicher Intelligenz gesteuerte Maschinen sich fortlaufend selbst so zu verbessern imstande sind, dass sie sich der Beherrschung durch Menschenhand entziehen. Der Robotikspezialist Murray Shanahan beschreibt die unterschiedlichen derzeit weltweit vorangetriebenen technologischen Entwicklungen, die zu einem solchen Ereignis führen können. Er führt auf verständliche Weise in die komplexen Forschungen ein, die unsere nächste Zukunft verändern werden. Aus der Perspektive eines Praktikers beschäftigt er sich mit der Frage, ob künstliche Intelligenz über Bewusstsein verfügen kann, und entwickelt moralische Ansätze zu einem verantwortlichen Umgang mit dieser zumeist als Katastrophenszenario gezeichneten Zukunftsfantasie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2021
Rezensent Friedemann Bieber empfiehlt Murray Shanahans Gedanken zur KI als zugängliche Einführung in das Thema. Dem Glauben des Autors an eine technologische Singulaität in der Zukunft möchte Bieber sich zwar nicht unbedingt anschließen, die im Buch ausgeführten Ansätze zur Realisierung der KI a) durch Gehirnemulation und b) durch lernende Algorithmen liest er jedoch mit Spannung. Vermisst hat der Rezensent bei Shanahan die eingehende Diskussion moralischer und philosphischer Fragen zum Thema.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2021
Im Reigen all jener Zukunftsvorstellungen, die mit planetarischer Apokalypse, einem Leben auf dem Mars und allerlei Künstlicher Intelligenz zu tun haben, seien die Vorstellungen dieses Autors ein "Glück", findet Rezensent Andrian Kreye. Der Professor für Kognitive Robotik am Imperial College in London kennt sich nicht nur aus in seinem Feld, er kann, so lobt der hingerissene Kritiker, auch mit Einfachheit die KI erklären und verfügt daneben noch über genug philosophisches Wissen, um mit Wittgenstein die Möglichkeit eines "Maschinenbewusstseins" glaubhaft zu machen. Der faszinierte Rezensent findet das Denken dieses Autors "zwischen Philosophie und Informatik" hoch spannend, auch wenn er keine Antwort bekommt auf die Gretchenfrage der KI, nämlich ob sie uns dienstbar bleiben oder am Ende vernichten wird. Trotz einiger kleiner Einschränkungen lobt er dieses Buch als Grundlagenwerk und versichert, dass es, obwohl im Original bereits vor gut fünf Jahren erschienen, kein bisschen "veraltet" sei.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.01.2021
Rezensentin Vera Linß folgt Murray Shanah begeistert in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Wenn der britische Robotiker ihr den Unterschied von biologischer und technlogischer KI erklärt, die technologische Singularität als den Zeitpunkt ausmacht, an dem sich KI selbst verbessert, oder von Nano-Roboterschwärmen erzählt, die Informationen von echten in künstliche Gehirne verpflanzen, dann freut sie sich über so viel Erfindungsreichtum. Und dass Murray dann auch vergnüglich erzählen kann, bringt sie regelrecht ins Schwärmen.
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