Moritz Aisslinger

Im Jahr Null

Rom, Ägypten und ein Prophet in Palästina
Cover: Im Jahr Null
Propyläen Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783549100875
Gebunden, 400 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Überall spüren die Menschen, dass die Welt, die sie kannten, in ihren Grundfesten erschüttert wird: In Rom steigt Augustus zum ersten Kaiser, später zum Gott auf. In Germanien erheben sich die Stämme gegen ihre römischen Besatzer. In China träumt ein schüchterner junger Mann namens Wang Mang von einer sozialistischen Utopie, einem goldenen Zeitalter unter seiner Regierung. Selene, Kleopatras Tochter und einzige Überlebende der ägyptischen Pharaonendynastie, wird als Kriegsbeute von Alexandria nach Rom verschleppt. Dort versetzt wenig später der Dichter Vergil die gesamte Bevölkerung in Aufruhr: Er kündet an, ein Erlöser werde kommen, ein Mensch, gottgleich. Wen könnte er meinen? Kaum eine Epoche hat die Menschheit in so kurzer Zeit so fundamental geprägt wie die Jahre um die Zeitenwende. In diesen Jahren wird jene Welt geformt, wie wir sie heute kennen. Moritz Aisslinger verdichtet diese kurze, aber für alle folgenden Jahrhunderte entscheidende Episode zu einer grandiosen Erzählung und lässt uns teilhaben am Erleben der Menschen - den kleinen Ereignissen in ihrem Alltag wie den großen Umwälzungen der Weltgeschichte.  

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2026

Rezensent Thomas Ribi nimmt einiges mit aus diesem Buch. Der Historiker und Journalist Moritz Aisslinger beschäftigt sich darin nicht nur mit dem Jahr 0 nach westlicher Zeitrechnung, in dem selbst nicht allzu viel geschah - selbst Jesus wurde in Wahrheit wohl bereits ein paar Jahre vorher geboren -, sondern auch mit den Jahrzehnten davor und danach. Mit einer Zeitspanne, in der, wie sein Buch zeigt, die Welt sich tatsächlich im Umbruch befand und zwar nicht nur im Römischen Reich und in Palästina, sondern auch, zum Beispiel, in Indien. Aisslinger lässt "die große Geschichte in kleinen Geschichten" zum Leben erwachen, sein Buch stellt eine Reihe von Einzelschicksalen ins Zentrum. Zum Beispiel das einer Sklavin, die vom Römischen Kaiser Augustus dem Partherkönig Phraates IV. geschenkt wird, aus politischem Kalkül; oder die Geschichte des chinesischen Herrschers Wang Mang, der während seiner kurzen Regentschaft erstaunliche Reformen durchführt. All das fügt sich in Aisslingers Buch zum Bild einer Epoche, die die Welt, so der angetane Rezensent, "sanft, aber nachhaltig" verändert.

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