Ovid, der um Christi Geburt lebte, kennt man als Dichter der Liebe, der Götter, des Exils. Er gehört zu den meistgelesenen antiken Autoren, seine Nachwirkung auf alle Gebiete der Kunst hält ungebrochen an. Michael von Albrecht, einer der international renommiertesten Ovid-Forscher, behandelt in detaillierten Einzelinterpretationen das umfangreiche Gesamtwerk des römischen Dichters.
Wie gewohnt streift unserer Rezensent Franz Schuh in seiner Besprechung die Fesseln der konventionellen Literaturkritik und nimmt uns auf einen Gedankenflug mit, der von Elias Canetti über Dieter Bohlen bis zu Susan Sontag führt. Doch es geht um Michael von Albrechts Ovid-Einführung, und von ihr ist Schuh schlichtweg "begeistert". Schuh sieht in dem Band nicht nur ein wunderbares Beispiel für das Selbstbewusstsein der Altphilologie, die noch immer auf jeglichen "branchengemäßen Schnickschnack" verzichtet, sondern auch ein tatsächlich erhellendes Buch. So verdankt er ihm die "ergreifende" Erkenntnis, dass Verwandlungen zwar das "Beste an Menschenmöglichem" sein können, aber auch recht "ruinös".
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