Aus dem Italienischen von Reinhard Kacianka. Mit Abbildungen. In einer kultur- und philosophiehistorischen tour d?horizon beleuchtet Massimo Cacciari in seinem neuen Essay-Band die Bedeutung des Wohnens im Kontext der Geschichte der abendländischen Zivilisation. Und er weist nach, daß das europäische Denken über Wohnen in seiner Grundtendenz nihilistisch ist; begründet und begründbar im vorsokratischen Mythos von polis und oikos. Daher unterliegt wahre Baukunst auch stets höchstem Ethos. Denn: In Verbindung mit dem abendländisch-technizistischen Projekt läuft Baukunst als Architektur stets Gefahr, auf ideelle Unheimlichkeit mit simulakrer Heimeligkeit reagieren zu wollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2002
Durchaus interessante Gedanken entdeckt Sonja Asal in diesem Essayband, in dem sich der italienische Architektur- und Kulturtheoretiker mit dem Zusammenhang vom Wohnen und der Ausdehnung von Macht im Zeitalter der Globalisierung beschäftigt. Dabei rekurriert er auf das römische Imperium, was in den Augen der Rezensentin zunächst ein gewagter gedanklicher Schritt ist, doch bei näherer Betrachtung durchaus Sinn mache und seinen inneren Zusammenhang "im Motiv der Mobilität" finde. So interessant die Rezensentin den Inhalt der Essays findet, auch weil er Negris und Hardts Begriff vom 'Empire' "einer prüfenden Lektüre" unterziehe, so genervt ist sie von der Aufbereitung des Stoffes. Sie bemängelt, dass die Lektüre durch die vielen lateinischen und griechischen Originalbegriffe oft mühsam sei - und dass der Verlag zudem schlampig lektoriert habe, was sich an den vielen Druck- und Rechtschreibfehlern zeige.
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