Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2002
Von drauß', vom Walde komm ich her... Wo der Weihnachtsmann wirklich herkommt, und wie es mit ihm weiterging, untersucht Martina Eberspächer in ihrer Dissertation "Weihnachtsmann", berichtet Rezensentin Sigrid Metken. Im Zentrum von Eberspächers Untersuchung steht laut Metken der Wandel des Auftretens des Weihnachtsmanns in Texten und Bildern zwischen 1780 und 1880. Die Autorin zeige, dass Bräuche den Bedürfnissen der Menschen angepasst und uminterpretiert wurden, und dass sie viel über die Mentalität der Ausübenden verraten - waren sie abgenutzt, mussten sie erneuert werden, damit sie lebendig blieben. So kann Eberspächer beispielsweise eine allmähliche Abkehr von grauslichen Masken und Larven, von Hörnern, Pelzvermummungen beim Weihnachtsmann und seinem Gefolge belegen, hält Metken fest. Insgesamt scheint Eberspächers Dissertation keine Begeisterungsstürme bei der Rezensentin ausgelöst zu haben. Wer sich von der wissenschaftlichen Umständlichkeit und Redundanz der Arbeit Eberspächers nicht abschrecken lasse, erklärt Metken abschließend, erfahre, "wie auch ein bescheidenes Thema Lebenswelten charakterisieren kann, sobald man die richtigen Fragen stellt".
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