Jonas hat seine Familie bei einem Unfall verloren. Seitdem zieht alles, was er tut an ihm vorbei, ohne ihn wirklich zu berühren: Das Abitur, die erste eigene Wohnung, die Liebe. Als er dann aber bei einem Marathon-Schwimmwettkampf einen neuen Rekord aufstellen soll, ändert sich alles. Im Wasser ist Jonas plötzlich allein mit seinen Erinnerungen an die kleine Schwester und ihre rote Badekappe; allein mit Melodien, die ihm durch den Kopf gehen; und mit der Frage: Was mache ich hier? Und warum?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2001
Markus Seidel vermittelt in seinem kurzen Roman "Gedankenprotokolle eines Leistungsschwimmers", der beim Schwimmen seine Vergangenheit aufarbeitet, erzählt Tobias Döring. Seidel schreibt in einem Rhythmus, der dem Schwimmen offenbar angemessen ist, entnehmen wir der Kritik. Der Rezensent ist jedenfalls bei der Lektüre weder außer Atem geraten noch hat er sich gelangweilt. Die Protagonisten findet er jedoch etwas schablonenhaft. Nach Bahn dreihundert beschließt der Held das Becken zu verlassen, um sein Leben wieder in die Hand zu nehmen, so Döring. Zu einer solch klaren Entscheidung, was die Qualität des Buches angeht, kann sich der Rezensent nicht durchringen. Er bleibt gespalten in seiner Meinung.
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