Marguerite Yourcenar

Mishima oder die Vision der Leere

Cover: Mishima oder die Vision der Leere
dtv, München 2005
ISBN 9783423132930
Taschenbuch, 117 Seiten, 9,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hans-Horst Henschen. Der inszenierte Selbstmord des japanischen Dichters Yukio Mishima 1970 war mehr als nur eine spektakuläre Tat. Er war, so Marguerite Yourcenar in ihrem Essay, der Schnittpunkt zweier entgegengesetzter Pole: des Strebens nach buddhistisch-tantrischer Leere und politischer Aktion. Die Autorin zeigt an wenigen prägnanten Stellen in Mishimas Werk die literarische Grundierung dieser beiden Haltungen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.07.2005

Bei aller Hochachtung vor Marguerite Yourcenar ist Ludger Lütkehaus offensichtlich der Ansicht, dass ein wenig von der Bizarrerie von Mishima Yukios tragisch-heroisch inszeniertem Selbstmord, mit dem er die japanische Gesellschaft seiner Zeit zur Umkehr zu den alten Tenno-Traditionen ermuntern wollte, auch auf ihren Großessay abstrahlt. Am Ende blieb von Mishimas Tat nur eine "heroische Farce", vollkommen wirkungslos, in der Ausführung das Lächerliche streifend, und so verläuft auch Yourcenars Räsonnement zwangsläufig "hart an der Kitschgrenze" entlang. Gleichwohl hält der Rezensent die Absichten der Autorin für "ehrenwert": sie würdige den japanischen Autor als "stoischen Philosophen", der sich um die Kunst des selbstgewählten Sterbens verdient gemacht hat. Ein besonderes Lob hat Lütkehaus für den Übersetzer Hans-Horst Henschen übrig.

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