Mit ca. 450 farbigen und 30 s/w-Abbildungen. Über den Schweizer Maler Augusto Giacometti (1877-1947) existiert wohl einige Literatur, eine umfassende Biografie findet sich darunter aber bislang nicht. Der Künstler hat selbst zwei autobiografische Bücher geschrieben. Sie sind jedoch idealisierte Lebenserzählungen eines arrivierten Künstlers, bewusst unvollständig und ohne Quellenangaben, und sie datieren beschriebene Ereignisse spärlich und gar unkorrekt. Die Lücke wird nun durch dieses großformatige, zweibändige und reichhaltig illustrierte Werk geschlossen. Es ermöglicht zum ersten Mal Schritt für Schritt die Entwicklung von Augusto Giacomettis Arbeit zu verfolgen und bietet Einblick in sein Denken, seine Ansichten und Gefühle beim Betrachten, Komponieren und Malen. Zudem stellt es sein weit gespanntes Beziehungsnetz dar und geht auch auf sein Wirken als Kulturpolitiker ein. Einleitende und erläuternde Texte des Autors werden ergänzt durch kontextualisierte, chronologisch geordnete Originalzitate Augusto Giacomettis und von Menschen seines Umfeldes. Das Buch basiert auf jahrelanger Erforschung und Auswertung von mehr als 900, zum großen Teil bisher unveröffentlichten Schriften des Künstlers sowie seiner Tagebucheinträge aus den 1930er-Jahren. Eine vollständige Liste seiner Ausstellungen zu Lebzeiten und ein kommentiertes Personenverzeichnis runden das Werk ab.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2022
Rezensent Philipp Meier kann kaum fassen, dass der Maler, und wie der Kritiker hinzufügt, "Erneuerer der Glasmalerei", Augusto Giacometti, in Vergessenheit geraten konnte. Umso glücklicher ist der Rezensent, dass nun dieser zweibändige Prachtband vorliegt, der ihm die Biografie des Cousins von Alberto Giacometti detailreich auffächert. Verantwortlich dafür zeichnet Marco Giacometti, ein weiterer Verwandter der Familie und im Hauptberuf habilitierter Veterinärmediziner: Fein säuberlich und doch leichthändig strukturiert der Autor das geerbte üppige Konvolut an Briefen, Tagebuchnotizen und autobiografischen Texten, freut sich der Kritiker, der den Bänden durch viele Originalzitate "intime" Einblicke in Giacomettis Leben von der Kindheit in Stampa über die Zürcher Kunstgewerbeschule und den ersten Aufenthalt in Paris bis hin zu dessen Zeit als Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission verdankt. Zahlreiche Abbildungen von Giacomettis Werken und Fotografien aus dem Leben des Künstlers vollenden die Ausgabe, schließt Meier.
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