Polente Verlag, Wien 2026
ISBN
9783903634022 Broschiert, 632 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Polnischen von Ewa Krauss. Ein europäischer Roman über Herkunft, Schuld und die Gewalt der Geschichte von einer der wichtigsten literarischen Stimmen Polens. Der griechische Partisanenheld Kostas Tosidos landet 1949 mit seiner Familie in einem geheimen Krankenhaus auf der polnischen Ostseeinsel Wollin. Obwohl er die Identität wechselt, holt ihn seine Vergangenheit ein und führt ihn geradewegs in die Tragödie.Der Schmuggler Sacharin beherrscht in den 1930ern den Gdingener Schwarzmarkt, bis Verrat und Krieg sein Leben in eine Abfolge schrecklicher Ereignisse verwandeln. Janis, Kostas Sohn, muss unter dramatischen Umständen seine Boxkarriere aufgeben. Er tritt in den polnischen Milizdienst ein und stößt bei einer seiner Ermittlungen auf das große Geheimnis seines Vaters. Zulus, einst Sacharins Zögling, will die kriminelle Nachkriegsgeschichte Gdingens selbst bestimmen. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihm. Die scheinbar eigenständigen Geschichten kreuzen sich in einer Uranerzmine in Niederschlesien, in der die Sowjets zwischen 1948 und 1953 Material für ihre Atombomben abbauten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2026
Rezensentin Katrin Doerksen empfiehlt Maciej Siembiedas "mitreißende" Geschichte einer Familie der griechischen Minderheit in Polen, die den Leser vom Zweiten Weltkrieg bis in die Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs führt. Die bunte Menge an Figuren und die rasch wechselnden Schauplätze und politischen Situationen, in denen sich die Figuren als Sprengmeister oder Agenten bewähren müssen, machen Doerksen die Lektüre zwar nicht immer leicht, doch Humor und Übersicht des Autors schaffen Ordnung, meint sie. Siembiedas reportagehafter Stil gefällt Doerksen auch gut. Die laut Doerksen hoffentlich schon bald übersetzten weiteren Teile von Siembiedas Griechischer Trilogie kann sich die Rezensentin auch gut als TV-Serie vorstellen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.06.2026
Bis zum Rand "vollgepackt" ist Maciej Siembiedas historischer Kriminalroman mit Figuren, Erzählsträngen, historischem Wissen und diversen Genre-Anleihen, aber Rezensentin Maria Wiesner macht es dem polnischen Autor nicht zum Vorwurf. Ganz im Gegenteil sogar: Sie fühlt sich hervorragend unterhalten, mitgerissen und berührt von dieser reichhaltigen Lektüre. Denn Siembieda versteht es nicht nur, jeder Figur aus seinem breiten Ensemble einen eigenen komplexen Charakter zu verleihen, es gelingt ihm auch, die verschiedenen Erzählstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen, lobt sie - und lernt ganz nebenbei auch noch etwas über eine kaum bekannte Episode der Nachkriegszeit in Europa: Das Verhältnis zwischen Griechenland und Polen in den 40er Jahren und während des Kalten Krieges. "Katharsis" erzählt von dieser Episode auf spannende, erhellende und sprachlich eingängige Weise. Ob das nun Abenteuerroman ist, Krimi, Spionagethriller oder alles auf einmal - was solls! Hauptsache es funktioniert, findet die Rezensentin.
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