Kathrin Röggla war am 11. September nur etwa einen Kilometer vom World Trade Center entfernt. In der Folge verfasste sie eine Serie von Texten, die die Veränderungen in New York in den Blick nehmen. Sie beschreibt die Reaktion der Amerikaner auf die Anschläge, lässt einzelne Leute zu Wort kommen, beobachtet das Geschehen in den Straßen von New York und kommentiert die Inszenierung amerikanischer Politik in den Medien. Über die momentane Aktualität hinaus versucht sie, Muster amerikanischer Wirklichkeit sichtbar zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.02.2002
Auch in diesem Bericht aus New York über den Terroranschlag vom 11. September und die Folgen hat sich die österreichische Autorin wieder einmal selbst "über die Schulter geschaut", meint Rezensent Christian Thomas. Das Buch, das in 22 Kapiteln die ersten Reaktionen, Spekulationen und Einordnungen des Ereignisses sammelt, beschäftigt sich vor allem mit der Wahrnehmung und ist nichts weniger als ein "Tagebuch", das Tagesaktuelles festzuhalten trachtet, erklärt der Rezensent. Manchmal, lobt er, entstünden so richtige "Denkbilder", die über den alltäglichen "Reflexionsgehalt" hinausreichten. Die "Irritation", die die Texte erzeugen, gehe auch von den Illustrationen des Einbands aus, doch am Ende überwiegen dann doch die "konventionellen Sätze", wundert sich Thomas etwas enttäuscht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2002
Christoph Bartmann sieht sich bei dem Buch über den 11. September und seine Folgen einer Sammlung "überholter oder besser überrollter Gegenwart" gegenüber, denn die Meinungen, die die österreichische Autorin beispielsweise zum Krieg in Afghanistan unter den New Yorker Intellektuellen gesammelt hat, erweisen sich vor der jüngsten Entwicklung als "antiquiert", meint der Rezensent. Er ist trotzdem fasziniert von dem Text, der durch ungewöhnliche Satzspiegel, Fotos und konsequente Kleinschreibung seiner Ansicht nach den Versuch macht, ein Ereignis wie den 11. September "kleinzuschreiben", weil man ihm nicht beikommen kann. Das Buch biete zwar kaum Antworten, doch mache es zumindest den Versuch, einen "Überblick" über die Lage nach dem New Yorker Anschlag zu gewinnen, und das, meint der Rezensent anerkennend, sei schon "viel".
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