Paris, Wien, Berlin: Diese drei Städte stehen gewöhnlich für die Geburt der Moderne in Europa. Doch es fehlt eine vierte Stadt: St. Petersburg. Auch dort war zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts alles in Bewegung: Utopisten entwarfen ein neues Russland, Künstler suchten nach einem neuen Ausdruck für die Zeit und Bankiers und Industrielle verknüpften Sankt Petersburg mit der europäischen Ökonomie. Doch Krieg und Revolution setzten dem Aufbruch ein jähes Ende. Karl Schlögels Darstellung dieser Epoche, schon jetzt ein Klassiker der Kulturgeschichte, erscheint nun in einer aktualisierten Neuauflage.
Dietrich Geyer beschäftigt sich mit Literatur über Petersburg, wobei er sich drei Bücher über die russische Stadt genauer angesehen hat. Karl Schlögels "Petersburg" kann er gar nicht genug preisen, derart begeistert ist er. Er rühmt das Buch, das sich mit Petersburgs Entwicklung von der Zarenstadt zur "modernen Industrie- und Kulturmetropole" befasst, als "meisterhaft" und hält es für das "beste" Werk, das es über die Stadt gibt. Obwohl bereits 1988 erschienen und nun neu ediert, sei es stilistisch und inhaltlich immer noch so "frisch und eigenwillig" wie damals, schwärmt der Rezensent und er kann die "sprachliche und intellektuelle Brillanz" des Autors gar nicht genug loben. Die beiden anderen Bücher, die Geyer bespricht, sind Nikolai P. Anziferows "Die Seele Petersburgs" und Erich Donnerts "Sankt Petersburg".
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