Iwan Bunin

Vera

Erzählungen 1912
Cover: Vera
Dörlemann Verlag, Zürich 2014
ISBN 9783038200093
Gebunden, 240 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Dorethea Trottenberg, herausgegeben von Thomas Grob. Die fünf 1912 geschriebenen Erzählungen Iwan Bunins sind Preziosen, die schon bei Zeitgenossen starke Resonanz fanden. Die ungewöhnlichen Schicksale stehen für Bunins Bild vom ländlichen russischen Leben, ein scheinbar zeitloses Leben im Schatten der Moderne, weitab der großen Städte. Doch spiegelt sich in den kleinen und großen Schicksalen das innere Leben dieser Welt: in der tödlich endenden Trinkwette des Bauern Worobjow ebenso wie im Schicksal der als Kind missbrauchten Ljubka oder demjenigen von Andrej und Vera, die beim letzten Wiedersehen das Scheitern ihrer Träume erkennen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2014

Großen Dank an den Herausgeber Thomas Grob und die Übersetzerin Dorothea Trottenberg empfindet Birgit Veit. Iwan Bunins hier als siebter Teil der Werkausgabe versammelte Erzählungen liest sie mit Begeisterung. Den Rang eines Klassikers hat Bunin für sie verdient. Wenn der Autor hier die südrussische Steppe und seine Bewohner, Bauern, Adlige, Hirten, Stubenmädchen und Pferde (in der Tat, Pferde) in Schicksalsgeschichten vereint, die in ihrer Traurigkeit der Landschaft zu entsprechen scheinen, wie die Rezensentin nahelegt, weiß Veit nicht, ob sie mit den vielen scheiternden Figuren fühlen oder sich den Naturbeschreibungen hingeben soll. An letzteren erprobt der Autor laut Rezensentin sein enormes Gespür für Farben, Gerüche und Töne, sodass die Texte, langsam gelesen, eine zusätzliche, impressionistische Ebene erhalten. Die sollte sich der Leser nicht entgehen lassen, findet Veit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2014

Endlich ist auch der vierte Band der bei Dörlemann herausgegebenen Werkausgabe Iwan Bunins erschienen, jubelt Rezensent Andreas Platthaus, der Bunin als viel zu lange vergessenen "legitimen Erben Tschechows" preist. Und so taucht der Kritiker begeistert in die hier versammelten fünf Erzählungen aus dem Jahre 1912, die ihn das Russland der Zarenzeit hautnah erleben lassen und zugleich auf intensive Weise vom plötzlichen Einbruch des Schicksals und der menschlichen Selbstgerechtigkeit erzählen. Verzaubert wandert Platthaus hier durch die Schönheit der russischen Provinz, lobt Bunins psychologisches Erzähltalent und muss schließlich gestehen: Selten zuvor hat jemand so herausragend über die Liebe geschrieben.
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