Herausgegeben von Ulrich von Alemann, Gertrude Cepl-Kaufmann, Hans Hecker und Bernd Witte. Unter Mitarbeit von Dietmar Lieser und Tanja Reinlein. Das Verhältnis von Sozialdemokratie und Intellektuellen in Deutschland war durchaus nicht spannungsfrei. Denn die Sozialdemokratie als führender Teil der Arbeiterbewegung hatte ihre Probleme mit den Intellektuellen, die sie teilweise unterstützten und andererseits aber auch oft scharf kritisierten. Kennzeichen der Beziehung zwischen Intellektuellen und Politik war in der Vergangenheit eher die Distanz, wenn nicht gar auch die Verachtung. Besonders problematisch war das Verhältnis zur Sowjetunion, das zwischen Bewunderung und Ablehnung schwankte. Seit 1945 ist die Beziehung zwischen Sozialdemokratie und Intellektuellen nicht weniger kompliziert geworden. Auch wenn große Teile der literarischen Intelligenz, z.B. um die Gruppe 47 und später um die von Günter Grass initiierte Wählerinitiative, die SPD unterstützten, so blieben dennoch viele Anlässe für Distanz und Unverstehen auf beiden Seiten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2001
Es geht um das spannungsvolle Verhältnis zwischen "Macht und Geist", von dem Rezensent Konrad Watrin sagt, dass es in Deutschland schon immer, mit Ausnahme der "Ära der Widerstandsmänner Brandt und Wehner", besonders ausgeprägt gewesen sei. Seit der "Ära Kohl" sieht der Rezensent eine neuerliche "lähmende Desillusionierung bei Vertretern des Geistes". Das Buch, eine Kongressschrift der Universität Düsseldorf und der Ebert-Stiftung, macht sich daher für eine "Renaissance des politischen Diskurses" stark, erklärt der Rezensent. Ob der Band dafür auch die nötige Anregung bietet, sagt er nicht.
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