Imani Thompson

Honey

Roman
Cover: Honey
Rowohlt Verlag, Hamburg 2026
ISBN 9783498007898
Gebunden, 416 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Asal Dardan. Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die - seien wir ehrlich - schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.Der Debütroman von Imani Thompson verbindet Campus-Roman mit Thriller-Elementen und Humor. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2026

Katrin Doerksen merkt, wie Imani Thompson in ihrem Krimi um eine serienmordende Soziologin darum kämpft, all die Erzählfäden, Konflikte und Widersprüche ihrer Story am Ende zu vereinen. Ob das gelingt? Doerksen verrät es nicht, nur so viel: Das Debüt der Britin protzt weder mit Figurenpsychologie noch mit einer supergut geschmierten Handlung oder mit Einblicken in die Ermittlungsarbeit. Stattdessen geht es um Seminardiskussionen der Doktorandin über Intersektionalität und Sklaverei. Sprachlich alles prall und sinnlich und inklusive "Internet-Sprech", verspricht Doerksen. Chick-Lit möchte Doerksen diesen Debütroman aber nicht nennen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.08.2026

Rezensent Samuel Hamen hat keine Freude an Imani Thompson Romandebüt. Dessen Hauptfigur heißt Ysra, ist eine Akademikerin in Cambridge, die zu Afropessimismus forscht, und bringt Männer um. Die Morde sind für sie die einzige Möglichkeit, Theorie in Praxis zu überführen, und so müssen Ex-Freunde, übergriffige Kollegen und andere daran glauben. Ein brisantes Thema, gesteht Hamen ein, aber literarisch funktioniert hier leider gar nichts. Was für Hamen unter anderem daran liegt, dass Thompson ihr Buch mit aktuellen Diskursen rund um, zum Beispiel, Klassismus und Heterofatalismus überfrachtet. Genau wie sie am laufenden Band literarische Klischees gleich mehrerer Genres bediene, vom soziologischen Essay über Weird-Girl-Fiction bis zu Erotica, stöhnt der Rezensent. Insgesamt will dieses Buch, viel zu viel auf einmal sein und kann vor allem auch seinen eigenen feministischen Anspruch nicht einlösen, kritisiert Hamen: letztlich sei Thompsons Herrschaftskritik viel zu marktförmig verpackt und gehe deshalb "verloren zwischen Splatter, Chit-Chat und verflachtem Revanche-Punk".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.07.2026

Mit "Honey" schöpft Imani Thompson das gesellschaftskritische Potenzial des Serienmörderinnengenres voll aus, und beweist zugleich, dass sich Unterhaltung und Anspruch, "Kommerzialität" und "Klugheit" in der Literatur nicht ausschließen müssen, lobt Rezensentin Sonja Hartl. Zackig, witzig, scharfzüngig schreibt diese Debütantin, ihre Erzählerin bedient sich verschiedener rassismustheoretischer Referenzen ebenso leichthändig wie diverser Mittel zum Mord, lesen wir. Ihre Opfer: Männer, die ihre Macht missbrauchen. Ihre Motivation: Rache. Ihre Rechtfertigung: Der Praxistest auf die Thesen ihrer Dissertation, in der sie sich mit den Folgen des Afropessismus auf die Emanzipation schwarzer Frauen beschäftigt. Diesen komplexen, theoretischen Unterbau verknüpft Thompson geschickt mit viel Sarkasmus, "Romantik und Thrill", lesen wir. Über einige Längen und Ungereimtheiten gegen Ende kann die Rezensentin angesichts solcher Erzählkunst locker hinwegsehen.

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