Mediendramaturgie vermittelt zwischen den Wahrnehmungsfähigkeiten der Rezipienten und den Darstellungsmöglichkeiten von Medien. Damit werden Medien weder verdammt noch einfach gelobt, sondern an ihrer Zuschauerfreundlichkeit gemessen. In ihrem Buch über eine zuschauerfreundliche Mediendramaturgie, die sich an den emotionalen Bedürfnissen und den kognitiven Möglichkeiten der Hörer und Zuschauer orientiert, fasst die Psychologin Hertha Sturm ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen. Im Kontext ihrer Erfahrungen zeichnet sie zum einen Entwicklungsrichtungen der Medien auf und zieht zum anderen für die Medienpraxis und Medienforschung sowie für die Medienpädagogik wegweisende Folgerungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Wirkungen zwischen Medien und Rezipienten im Hinblick auf die Darbietung von Inhalten festzustellen und wie diese Wirkungen zu bewerten sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2000
Thomas Vorwerk zeigt sich beeindruckt von diesem Buch, nicht zuletzt, weil nur selten "Medienpraxis und -forschung" so Hand in Hand gehen wie bei Hertha Sturm. Der Autorin geht es hier, wie der Leser erfährt, weniger um eine Anklage aggressionsauslösender bzw. -fördernder Bilderfluten im Fernsehen, sondern vielmehr um eine Untersuchung, welche Auswirkungen die Mediendramaturgie auf die Wahrnehmung der Zuschauer ausübt und wie die Darstellungen "zuschauerfreundlicher" werden können. Vorwerk erwähnt in diesem Zusammenhang Untersuchungen bei Kindern, die zu ihnen vorgespielten Filmen sowohl befragt wurden, wie auch Drehregler bedienen konnten, um ihre Gefühle beim Zuschauen auszudrücken. Überraschend findet der Rezensent die Diskrepanz, die bisweilen zwischen der Befragung und den Äußerungen mittels dieses Drehreglers auftauchten. Vorwerk räumt ein, dass in einer Rezension diese und weitere Resultate nicht ausreichend behandelt werden können, jedoch empfiehlt er die Lektüre des Buchs allen, die in Medientheorie und -praxis tätig sind, nicht zuletzt, weil sich seiner Ansicht nach so manche "ihrer Folgerungen als Trugschlüsse erweisen".
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