Wir wissen was zu tun ist, um dem Hunger, der mangelnden Gesundheitsversorgung und dem Klimawandel weltweit entgegenzutreten. Theoretisch. Aber Wissen allein genügt nicht, wir müssen die Augen öffnen und unsere Verantwortung erkennen. Denn brennende Müllhalden, aus denen junge Menschen wertvolle Metalle klauben, und Krankenhäuser, die den Eindruck einer Slumhütte vermitteln: Das ist eine Realität, die wir in unserem Alltag meist nicht sehen - anders als Entwicklungsminister Gerd Müller. Er kennt diese Orte, kennt deren Geschichte und unsere Verantwortung dafür. In "Umdenken. Überlebensfragen der Menschheit" nimmt uns Gerd Müller mit auf seine Reisen fernab des europäischen Wohlstands, erzählt von bewegenden Begegnungen und erklärt, warum sich unsere Handlungen in Europa auf den Rest der Welt auswirken - im Positiven wie im Negativen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2020
Bernd Freytag empfiehlt Gerd Müllers Appell für ein Umdenken im Hinblick auf Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Armut und Ungleichheit. Wie der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung anhand von persönlichen Erfahrungen und Begegnungen vor allem am Beispiel Afrikas die Herausforderungen der Menschheit darstellt, scheint Freytag so engagiert wie kenntnisreich und nachvollziehbar. Kritisch sieht Freytag die Lösungsvorschläge im Buch. Zum einen hält er für schwierig, dass Müller Diagnose und Therapie miteinander vermengt und so Redundanzen erzeugt, zum anderen fehlt ihm der Hinweis auf "internationale Regelwerke", die Müllers Aufruf zur Nachhaltigkeit stützen könnten.
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