Gerd Habermann

Richtigstellung

Ein polemisches Soziallexikon
Cover: Richtigstellung
Olzog Verlag, München 2006
ISBN 9783789281822
Gebunden, 171 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die deutsche politisch korrekte "Neusprache" strotzt vor Euphemismen und offensichtlichen Tatsachenverdrehungen - hierfür gibt es Beispiele zuhauf: Freiheit als Abwesenheit von Zwang wird zur "positiven Freiheit" im Sinne von sozialer Sicherheit oder Versorgung; Gerechtigkeit wird zur "sozialen Gerechtigkeit" im Sinne von sozialer Nivellierung; Forderungen werden zu "Sozialrechten", "Sozialpartnerschaft" steht für das mächtigste Kartell der deutschen Geschichte und auch die "Rentenversicherung" hat rein gar nichts mit Versicherung zu tun. Pikant ist nicht zuletzt auch der Euphemismus "Generationenvertrag": Er führt den Begriff "Vertrag" ad absurdum, weil mit Kindern und Ungeborenen bekanntermaßen noch gar kein Vertrag geschlossen werden kann. Dieses sozialpolemische Lexikon mit über 300 Einträgen, einer Vielzahl von Literaturhinweisen bzw. Querverweisen sowie mit bibliografischem Anhang erhebt erst gar nicht den Anspruch "objektiv" im Sinne von wertfrei zu sein; es sieht sich vielmehr als Aufforderung, für eine Rückführung des Staates auf ein unumgängliches Minimum einzutreten und versteht sich damit vor allem auch als antibürokratisches Lexikon.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2006

Beifall spendet Hardy Bouillon diesem "polemischen Soziallexikon" von Gerd Habermann. Die liberale Grundüberzeugung des Autors teilt er ebenso wie dessen kritische Betrachtung wohlfahrtsstaatlicher Euphemismen. Er würdigt den Autor als "scharfsinnigen Analytiker" sowie "scharfzüngigen Polemiker" und attestiert ihm, die "irreführende Prosa der Gutmenschen" in rund 300 Einträgen von "Abgabenquote" über "Finanzausgleich" bis "Zwei-Klassen-Medizin" zu entlarven. Überzeugend findet er dabei die gekonnte Mischung aus Beschreibung, Analyse und Polemik, derer sich der Autor bedient. Besonders gefallen hat ihm der Beitrag über Ökonomie und Sprache des Neides als eines Grundmotivs der Kapitalismuskritik.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…