Die Abifeier von Tochter Nora steht an. Alle wollen das Beste. Doch in einer Zeit, in der Familien sich immer mal in ihre Einzelteile auflösen, die sich dann wiederum mit anderen Einzelteilen zu neuen, irgendwie familienähnlichen Gebilden zusammenschließen, kann so eine Abifeier schon mal zu einem emotionalen Schlachtfeld werden. Und am Ende kommt es zum Schlimmsten.
So jedenfalls schätzt der Ich-Erzähler die Lage ein. Und er beschließt, sich zu wappnen. Denn eins ist klar: Dass der Sohn seiner neuen Freundin Johanna ein Schulkamerad von Nora ist und ebenfalls im Abi steckt, macht die Sache nicht gerade einfacher.
Zwangsläufig wird seine Ex auf der Abifeier zum ersten Mal Johanna begegnen, und auch er wird erstmals mit Johannas Ex zusammenstoßen. Und das ist noch nicht alles: Sein Sohn Alex hat seit Jahren nicht mit ihm gesprochen. Doch der Schwester zuliebe hat er seine Teilnahme an der Abifeier angekündigt …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2018
Rezensentin Katharina Teutsch ahnt, wer sich hinter dem Pseudonym Eric Nil verbirgt. Bei allem Wohlwollen kann sie das "apokryphe Nebenwerk" des Autors aber dennoch nicht so toll finden. Allzu vertraut sind ihr die im Text verhandelten Probleme einer Patchwork-Familie vor der Abifeier eines der Scheidungskinder, allzu schmerzhaft sind all die damit verbundenen Gefühle und Gedanken, meint sie. Nils "Exzess solcher Sozial-Sudoku-Friemelei" lässt Teutsch nur wider Willen mitleiden, denn im Grunde hat sie die dahinter steckenden Schwierigkeiten bereits begriffen, und den Romanfiguren kann sie ja leider keinen Ratschlag geben. Was bleibt, so Teutsch, sind sentimentale Momente, die wir lieber nicht in einem Roman lesen wollen.
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