David Pfeifer

Max Schmeling

Berufsboxer, Propagandafigur, Unternehmer - Die Geschichte eines deutschen Idols
Cover: Max Schmeling
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783593375465
Gebunden, 364 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Am 28. September 2005 würde Max Schmeling, erster deutscher Boxweltmeister und Idol für viele Deutsche, 100 Jahre alt. Zum Jubiläum erscheint das Porträt eines sympathischen Jahrhundertdeutschen zwischen Triumph und Niederlage. Schmelings Biografie steht exemplarisch für das 20. Jahrhundert mit all seinen Errungenschaften, Irrtümern und Verbrechen. Sein sportlicher Aufstieg in den Roaring Twenties, seine naive Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus und seine erfolgreiche Unternehmerkarriere als Leiter des Deutschlandvertriebs von Coca-Cola spiegeln wichtige historische Ereignisse wider. Dieses Porträt einer lebenden Legende ist ein atmosphärisch dichtes, schillerndes Zeitzeugnis und ein ideales Geschenkbuch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2005

David Pfeifers Stärke, meint Patric Seibel, sind die "dichten Beschreibungen von Metier und Milieu", analytisch haben andere, beispielsweise zum Mythos Boxsport, schon mehr beigetragen. Dieses Buch liefert dafür eine "überzeugende Darstellung" vor allem von Max Schmelings frühen Jahren - seine Herkunft, sein Umfeld, die entstehende städtische Subkultur des Berufsboxens zwischen Jahrmarkt und Kneipe, ihr Aufstieg zum gesellschaftlichen Großereignis - und zeichnet dabei zugleich ein lebendiges Bild der Zwischenkriegsboheme, die sich, von Brecht bis zur Dietrich, für das Boxen begeisterten. Der physisch starke, aber zugleich diszipliniert und strategisch boxende Schmeling verkörperte eine Lösung für das Leben in der Moderne, mit ihrem die ordnende, archaisch strenge Einlassung auf unüberschaubare Komplexität - das galt nicht zuletzt auch für die Nazis, die Schmeling zu einem ihrer populären Helden machten. All das ist prima beschrieben, dazu kommen packende Reportagen der wichtigsten Kämpfe, und dennoch, konstatiert der Rezensent, bleibt die Person Schmeling bis zum Schluss ein Rätsel. Inmitten der farbigen historischen Szenen erscheine er als das Abbild eines "seltsam körperlosen, klinisch reinen, ja aseptischen Menschen".

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