Daniel Libeskind

Breaking Ground

Entwürfe meines Lebens
Cover: Breaking Ground
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462034110
Gebunden, 352 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Daniel Libeskind, in Polen geboren, mit seinen Eltern nach Israel und dann nach New York ausgewandert, ist in vielen Welten zuhause. In jungen Jahren stand er als Akkordeon-Virtuose auf der Bühne, begeisterte sich fürs Zeichnen und für die Mathematik. Als Architekt war er ein Spätberufener, das Jüdische Museum in Berlin das erste Gebäude, das er - mit über 50 - überhaupt realisierte. Dem Sohn zweier Überlebender des Holocausts sind Themen wie Trauma und Erinnerung nah, und er hat das Ziel seiner Arbeit als "Architektur des Optimismus" bezeichnet. 2003 erhielt er den Auftrag für das wichtigste Architekturprojekt unserer Zeit, den Masterplan der Neugestaltung des World Trade Center und den Bau des 1776 Freedom Tower in New York. Inzwischen wurde ihm David Childs an die Seite gestellt, und Libeskind schildert die Szenen dieser "Zwangsehe" mit grimmigem Witz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2004

Gerhard Matzig mag Daniel Libeskind nicht, den Architekten nicht und schon gar nicht den Autobiografen. Der Stararchitekt hat mit seinen Erinnerungen nämlich einen "reichlich narzisstischen und hochmütig mit Kollegen und Bauherren abrechnenden Abenteuerroman" geschrieben, der gruselig zu lesen sei: Denn darin geriere sich der Architekt als "eine Art Architektur-Heilsbringer oder Bauunternehmerberater". Auf 300 Seiten ausgebreiteter baukünstlerischer Eigensinn, über so viel egozentrische Selbstbeweihräucherung kann der Kritiker nur staunen. Sein Verriss scheint auch ein wenig der Enttäuschung geschuldet, schließlich setzte der Kritiker 1997 noch große Stücke auf Libeskind, als er mit seinem großartigen jüdischen Museumsbau in Berlin ans Licht trat. Was dann folgte, ist für Matzig ein einziger "Niedergang", der in der "Selbstmusealisierung als Ground-Zero-Prediger" mündete. Der Rezensent musste lange grübeln, ob diese Erinnerungen nun "als informatives Sachbuch oder als egozentrisches Kunstbuch zu begreifen" sind. Antwort hat er dann bei Adolf Loos gefunden, für den Architektur gefallen musste, Kunst jedoch nicht, weil Kunst im Gegensatz zur Architektur ohne Bedürfnis in die Welt gesetzt wird. Libeskinds Biografie ist demnach Kunst, weil es "offenbar niemandem gefallen muss" und völlig ohne Grund auf die Menschheit losgelassen wurde.

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