Das Buch stellt sich der Herausforderung, die Grundlagen einer psychiatrisch-psychologischen Heilkunde nach Einsetzen der neurowissenschaftlichen Revolution zu skizzieren. Es zeigt die historischen Entwicklungen des Seelenverständnisses auf und entwickelt ein spätmodernes Konzept, das die neurowissenschaftliche "Außensicht" mit der erlebnisorientierten "Innensicht" des Betroffenen verbindet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2003
Der Titel "Seelenhunger" impliziert zwei Lesarten, behauptet Rezensent Ludger Lütkehaus: den "Hunger nach Seele" und den "Hunger der Seele". Dieses Wortspiel verweist nach Lüdkehaus auf das Anliegen des Autors, eines Zürcher Psychiaters, gegen die neuesten "Psychologien ohne Seele" Position zu beziehen, und bekundet zugleich dessen Nähe zu Literatur und Philosophie. Es wimmele von solchen Formulierungen wie "die beschämte Scham" oder "das entmutigte Gemüt", plaudert Lütkehaus aus. Die erfolgreichste "Psychologie ohne Seele" besäßen natürlich die Neurowissenschaften, erklärt er, gegen deren Funktionalisierungsversuche Hell die Humanwissenschaften anführe: "Erstperson-Perspektive gegen Drittperson-Perspektive" heiße das bei Hell. Hells Ausführungen seien eklektisch und integrativ, lobt Lütkehaus, plädierten aber vehement für eine Möglichkeit der Innenansicht, wie sie nur die Humanwissenschaften böten.
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