Christoph Türcke

Heimat

Eine Rehabilitierung
Cover: Heimat
zu Klampen Verlag, Springe 2006
ISBN 9783934920866
Gebunden, 79 Seiten, 9,80 EUR

Klappentext

Der Begriff der Heimat hat eine dunkle Geschichte, die der Erhellung bedarf, und sie hat womöglich mehr Zukunft, als uns lieb ist. Je mehr Heimatlosigkeit die mobile, flexible neoliberale Welt mit sich bringt, desto unausweichlicher wird es, von Heimat zu reden. Heimat ist ein deutsches Wort, das sich nicht umstandslos in andere Sprachen übersetzen läßt. Heim, Haus, Schutz, Sesshaftigkeit schwingen da mit. Heimat ist, wo man zu Hause, geborgen, mit allem vertraut ist. Heimat ist ein Idiom. Es ist schwer belastet mit Geschichte. Deutsche Romantik, deutsche Volkstümelei und deutscher Faschismus haben sich ausgiebig seiner bedient. Unzählige Male ist es missbraucht und verhunzt worden. Aber sein Missbrauch raubt ihm keineswegs alle Berechtigung. Im Gegenteil, ihr verantwortungsvoller Gebrauch wird um so dringlicher. Das gilt nicht minder für Heimat. Solange das Gefühl, das sich Heimweh nennt, bei kleinen und großen Kindern nicht ausstirbt, gibt es keinen vernünftigen Grund, das Wort Heimat aus der deutschen Sprache zu tilgen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.07.2006

Wenig überzeugt zeigt sich Rezensent Stefan Reinecke von Christoph Türckes Versuch, den Begriff der Heimat zu rehabilitieren. Für Türcke sei die Nation schlecht, Heimat dagegen gut. Das Nationale stehe für Größenwahn, Krieg, Arroganz anderen gegenüber, heimatliches dagegen für konkretes Miteinander. Vor allem die Kritik an der Nation teilt Reinecke nicht. Vieles - Fußball etwa oder die extrem hohe Wahlbeteiligung an Bundestagswahlen, im Vergleich zu Kommunal- oder Landtagswahlen - spreche gegen ein Desinteresse am Nationalen. Region, Heimat und Nation sind "verwobener", als dieser an der Kritischen Theorie geschulte Essay glauben machen will, bemerkt der Rezensent spitz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2006

Eberhard Rathgeb konnte in diesem Buch "nichts Genaues" erfahren über die Unterschiede zwischen Heimat, Staat, Nation, Volk. Als "eine kritische Heimatkunde" bezeichnet er den Essay. Immerhin werden Bloch und Adorno zitiert, entlarvt Christoph Türcke die "Nation" als einen "vagen Begriff" und warnt vor einem Heimatgefühl, das zum Nationalstolz mutiert: "Der Stolz auf die Nation ist ihm nicht geheuer." Aber reicht das? Rathgeb scheint der Kreis zu eng gezogen: "Kein erhellendes Wort über die vertrauten Gebiete, die durch Wissen bewohnbar gemacht werden", deutsche Geschichte etwa. Heimat, so Rathgeb, sei wohl schwieriger als kritische Heimatkunde - und mehr als kindliche Vertrautheit.

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