Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer. "Bücher haben mein Leben zerstört", bekennt Salomon Rappoport, Berliner Antiquar und Bücherjäger. Als er sieben Jahre alt war, entdeckte sein Vater die Spuren der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz und erahnte, was kommt. Und doch ließ er Frau und Kind allein nach Amerika fliehen, weil die Liebe zu seinen Büchern, die er hätte zurücklassen müssen, unüberwindbar war. Rappoport ist eine der unvergesslichen Figuren, auf die der Erzähler in Berlin trifft. An seiner Seite besucht er die geschichtsträchtigen Orte dieser Stadt, die Gedenkstätte Gleis 17, die Villa der Wannseekonferenz, den Bebelplatz. Die Gespräche der beiden eröffnen ein ganzes Spiegelkabinett von topographischen, historischen, literarischen Beziehungen und führen zu der alten Frage nach der Berechtigung von Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2011
Besonderer Dank gilt laut Anja Hirsch der Übersetzerin dieses vielschichtigen Romans von Chaim Be'er. Für Hirsch hat Anne Birkenhauer mit ihrer genauen Arbeit quasi eine weitere Version des Buches geschaffen, indem sie den Autor immer wieder um Erklärungen bat und deutsche Entsprechungen fand, um dem deutschen Leser schwierige Verweise verständlich zu machen. Wichtig erscheint das Hirsch schon deshalb, weil Be'ers Text davon lebt, möglichst viele Stimmen ihre Erinnerungen an den Holocaust und ihre Sicht der jüdischen Kultur in charismatischer Rede und Gegenrede entwickeln zu lassen. Hirsch schätzt das sehr, bekommen die Figuren dadurch doch Authentizität und die Geschichten immer wieder unversehens das Gewicht von Gleichnissen, wie sie schreibt.
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