Boris von Brauchitsch

William Turner

Biografie
Cover: William Turner
Insel Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783458644705
Gebunden, 256 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Von seinen Zeitgenossen entweder gefeiert oder für verrückt erklärt, gilt William Turner heute längst als der bedeutendste Künstler Großbritanniens. Kein anderer Maler des 19. Jahrhunderts hat die weitere Entwicklung der Kunst stärker geprägt als er - ob Impressionismus, Abstraktion oder Futurismus, Turner hat vieles vorweggenommen, was erst Jahrzehnte nach seinem Tod Furore machen sollte. William Turner (1775-1851), Sohn eines Barbiers, verfolgte seinen Traum von Anerkennung und Wohlstand erfolgreich mit den Mitteln der Kunst. Wohl keiner reiste und zeichnete so viel wie er, bediente einerseits gekonnt den Kunstmarkt und schuf zugleich Werke, von denen der Autor und Sammler William Beckford sagte, Turner "malt, als ob sein Hirn und seine Fantasie auf der Palette mit Seifenlauge und Schaum vermischt wären."

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.01.2025

Bahnbrechend neue Erkenntnisse liefert Boris von Brauchitschs Buch über William Turner nicht, meint Rezensent Ingo Arend, aber eine sehr brauchbare Biografie des britischen Malers sei das Buch dennoch. Entlang der Lektüre rekapituliert Arend kurz Turners Lebensweg vom Barbierssohn bis zum geschäftstüchtigen Vielmaler. Interessant ist laut Arend die kunsthistorische These des Buches, derzufolge der Romantiker Turner nicht etwa der abstrakten Kunst den Weg bereitete, sondern als ein Naturalist zu betrachten sei, der das Abstrakte der Realität in Zeiten der Frühindustrialisierung sichtbar werden ließ. Genau in diesem Sinne war Turner laut Brauchitsch modern, referiert Arend, der sich mit dieser Lesart anfreunden zu können scheint.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.11.2024

Rezensent Tilman Krause nimmt eine neue, "fesselnd geschriebene" Biografie des englischen Nationalmalers William Turner zum Anlass und Ausgangspunkt für einige eigene Betrachtungen über den Künstler. Boris von Brauchitsch legt die Akzente in seiner Biografie auf weniger bekannte Aspekte des Lebens und Schaffens Turners, beschreibt ihn überzeugend als Reiseenthusiasten, als kritischen Beobachter seiner Zeit, und als eigensinnigen Ausnahmekünstler mit "Sendungsbewusstsein", heißt auch: einem Talent für Selbstinszenierung. Außerdem möchte Brauchitsch ihn im Gegensatz zu jenen, die Turner als Proto-Impressionisten betrachten, als einen "eigenwilligen Naturalisten" verstanden wissen, was Krause offenbar nachvollziehen kann. So führen Brauchitschs Erzählungen und Bildexegesen den Rezensenten zu folgender These: Turners Werk bilde die Synthese aus "romantischem Farbrausch" und Aufklärung.

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