Björn Erik Sass

Herrenbesuch

Roman
Cover: Herrenbesuch
Antje Kunstmann Verlag, München 2003
ISBN 9783888973208
Gebunden, 160 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Kurt und Jens sind 26 und kennen sich in vielem gut aus: in Feminismus und Autoersatzteilen, Homöopathie und Western-Videos. Doch jetzt gilt es, die eigentliche Herausforderung des Lebens zu bestehen: Frauen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.05.2003

Zwei 26-jährige Männer verlassen das Elternhaus, um in der "Großstadt Kiel" das wahre Leben kennen zu lernen und erleben dabei allerhand Tücken, vor allem im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Eigentlich ist Bjoern Erik Sass Romandebüt "Herrenbesuch" in doppelter Hinsicht etwas zu spät erschienen, meint Rezensentin Jutta Person. Denn einerseits sei die Popliteratur ein Auslaufmodell. Andererseits zähle der 1967 geborene Autor zu den nicht mehr ganz jungen "jungen Autoren". Doch daraus weiß Sass einen Vorteil zu ziehen, kommen in seinem Werk doch "nicht die Helden der Coolness Codes zum Zuge, sondern die hoffnungslosen Fälle", meint Person. Irgendwo "zwischen Treffsicherheit und Klischee" siedelt die Rezensentin die Anekdoten des Buches an, dessen Unterhaltungsauftrag sie genauso schrullig erledigt sieht, wie es die Protagonisten sind.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.03.2003

Kurt und Jens, die Protagonisten in "Herrenbesuch", verlassen mit Ende Zwanzig ihr Elternhaus und versuchen, in der Großstadt ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, schreibt Susanne Messmer über das Romandebüt von Björn Erik Sass. Sie sieht in "Herrenbesuch" trotz der kargen Handlung einen "klassischen Adoleszenzroman". Ob Messmer das Buch gefallen hat, wird indes nicht wirklich klar. Zwar lobt sie ausführlich die präzise gezeichneten Charaktere und hält die Wirren um den esoterisch angehauchten Kurt und den eher bodenständigen Maschinenbau-Studenten Jens sogar für "irre komisch", doch der Ton ihrer Rezension ist eher desillusioniert. Messmer scheint in Sass einen Post-Popautor zu finden, dessen Helden trotz der richtigen Jackenmarke nicht Teil einer Jugendbewegung sind. In dieser Tatsache liegt für die Rezensentin die Authentizität des Romans: Die Zeiten der Jugendrevolte sind vorbei und folgerichtig wird bei Sass der "Mythos Jugend" überzeugend dekonstruiert, erklärt Messmer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2003

Niklas Bender hat einen gutgelaunten Verriss geschrieben. Immerhin konzediert er diesem Erstlingsroman, zwar "nicht auf höchstem Niveau, aber auch nicht ohne Witz" auf's Schönste das Dilemma der Pop-Literatur vorzuführen: Ironie sei "zwar die Grundhaltung", aber da die Autoren so verliebt in das Ausbreiten von aktuellen Versatzstücken aus Medien- und anderen Diskursen seien, kämen sie oft darüber dann doch nicht hinaus -- gelangten also am Ende wohl nicht mal zu der eigentlich angestrebten Haltung. Das Personal, das den Anlass zu diesem Ausbreiten bei Sass gibt, besteht aus zwei spätpubertären, männlichen Studenten, der eine Autofanatiker, der andere Esoteriker, die versuchen ein Liebesleben zu entwickeln -- in Kiel. Benders knappes Urteil: "Es handelt sich um Badewannenlektüre."

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