Der nach 1918 in Deutschland formierte Nationalismus der Konservativen Revolution hat wesentlich zur Aushöhlung und schließlichen Beseitigung der Weimarer Republik beigetragen. Die Motive dieser vielgestaltigen rechtsoppositionellen Bewegung speisten sich, so zeigt diese Studie, nicht primär aus der Frontstellung zur Republik. Bereits das späte Kaiserreich war von Protest- und Reformbewegungen durchzogen, in denen politisches Aufbegehren junger Intellektueller in einem ästhetischen Horizont formuliert wurde. Die sinkende Geltung des Bürgertums und die Fragwürdigkeit der "Bildung" in Zeiten der Industrialisierung verdichteten sich dabei zu einer Problematik der bürgerlichen Lebensform. Diese Vorgaben nahm der "Ring"-Kreis, die jungkonservative Bewegung mit der größten politischen und gesellschaftlichen Resonanz, auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2000
Das Buch leiste einerseits einen wertvollen „historisch-archivarischen“ Beitrag zur Aufhellung der Ringbewegung mit ihren verschiedenen Strömungen, meint der Rezensent mit dem Kürzel "bre.", doch analytisch greife diese Untersuchung zu kurz und werde der Divergenz der Strömungen nicht gerecht. Der Autor zwischen solch unterschiedlichen Autoren wie Moeller van den Bruck und Stefan George eine Kontinuitätslinie, ohne das Spannungsverhältnis zwischen dem „inklusiven Nationalismus“ Moellers und dem „aristokratisch-exklusiven Ästhetentum“ Georges aufzuhellen.
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