Schieber, Spieler und Rebellen: Der Bundesligaskandal erschüttert das Land, die Nationalelf um Beckenbauer und Netzer spielt Zauberfußball im Wembley-Stadion und wird Europameister, Willy Brandt übersteht das Misstrauensvotum, die RAF hält Deutschland in Atem, die Band Ton Steine Scherben liefert den Sound für Aufbruch und Protest. Stan Libuda und Rio Reiser sind die Träumer, die die Leser durch ein aufregendes Jahr begleiten und ein Schlaglicht werfen auf die Anatomie der bundesdeutschen Gesellschaft
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 02.05.2021
Rezensent Peter Körte empfiehlt Bernd M. Beyers Buch allen, die wissen wollen, wie es wirklich war, wie alles miteinander zusammenhing, damals, 1971/72, als die deutsche Elf gegen Russland spielte, Andreas Baader gefasst wurde und Rio Reiser "Keine Macht für niemand" aufnahm. Der Autor hilft nicht nur Körtes Erinnerung auf die Sprünge, er plaziert den Fußball mitten in der Gesellschaft, eröffnet Kontexte, ohne sie zu erzwingen, schafft Durch- und Einblicke und timet alles so raffiniert wie in einem Tatsachenroman, schwärmt der Rezensent. Leitmotive kommen vor, aber sind nicht zu wichtig, erklärt Körte. Beyers Montagetechnik wird hier zur Zeitdeutungsmethode, ohne groß zu bewerten, aber mit erstaunlichem Erkenntnispotenzial für den Leser, freut sich der Rezensent.
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