Mit zahlreichen zum Teil farbigen Abbildungen. In seinem Buch über die Alpen zeigt Aurel Schmidt auf, wie sehr das Gebirgsmassiv im Zentrum Europas die Menschen und ihr Denken geprägt und ein Bild der Schweiz mitgeschaffen haben, das mit seinen föderalistischen Strukturen, der Bedeutung seiner Talschaften und den Einflüssen von Klima und Natur noch heute vieles verständlich macht, was auf den ersten Blick als sperrig und unzeitgemäss erscheinen mag. Schmidt entwirft in seinem Alpen-Buch ein Kapitel der europäischen Geistesgeschichte und spannt dabei den Bogen von der Mythologie, der frühen Alpen-Entdeckung, über den beginnenden Tourismus bis zur systematischen Erschließung, Möblierung und Ökonomisierung unserer Bergwelt. Er kommt dabei unweigerlich wieder zurück auf die Alpen als Kern des schweizerischen Selbstverständnisses und zeigt an zahlreichen Beispielen, wie sich ein innenpolitischer Gegenstand in wenigen Jahren zu einem ausgesprochen europäischen Thema entwickelt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2011
Die Alpen und kein Ende, erkennt Rezensent Jürg Altwegg in diesem, wie er findet, wunderbar bebilderten und von Aurel Schmidt mit ethnologisch geschärftem Blick verfassten Band über die Alpen als Mentalitäts- und europäische Geistesgeschichte. Logisch, der Bergbauer erhält seine Subventionen und die Berge sind voller Lawinen - Autolawinen. Bei aller Ernüchterung entdeckt Altwegg in Schmidts Darstellung noch immer genügend Faszinierendes. Ob über die Alpen in der Kunst, die Erschließung der Bergwelt für Wintersport und Massentourismus, oder Beschreibungen bei Titus Livius und Hegel, der vorm Berg stehend so gar nicht entzückt war - stets scheint es dem Rezensenten, als gelinge es dem Autor souverän, seine Interessengebiete (Philosophie, Ethnologie, Politik) und seinen Skeptizismus mit dem Thema zu verbinden und für den Leser fruchtbar zu machen. Für Altwegg ein neues Standardwerk.
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