Andre Frenaud

Die Hexe Roms

Gedicht
Cover: Die Hexe Roms
Edition per procura, Wien 2003
ISBN 9783901118487
Broschiert, 144 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Marion Gees. Gesetz und Begierde, Anarchie und Ordnung, Vorherrschaft und Unterdrückung, Gewalt und Glückseligkeit, Schönheit und Verfall. Rom als triumphale Stadt. Rom als Monstrum. In seinem "discours de Rome" schwankt der Dichter zwischen Demystifikation einer bis zum Schwindel glorifizierten Stadt und der Remythisierung eines durch unendliche Überlieferungen besetzten und immer wieder neu zu gewinnenden poetischen Terrains. Leitfigur dieser 15 lyrischen Sentenzen ist die Hexe, eine nur schwer auszumachende, aus vielen Facetten zusammengesetzte Figur, die durch diesen Text irrt. Wer ist sie? Eine Prophetin, eine Schwester Giordano Brunos, der wie sie auf dem Campo dei Fiori verbrannt wurde, der Dichter oder die Dichtung selbst, die um die Sprache ringt?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2003

Christoph König preist die Übersetzung des großen Gedichtzyklus über die Stadt Rom als "Pioniertat", weil, wie er mitteilt, bisher noch kein einziger Gedichtband Frenauds auf deutsch vorliegt, und er lobt nachdrücklich die "präzise, klare Sprache" der deutschen Fassung. Der Rezensent räumt ein, dass der Lyriker, dessen Rom-Gedicht 1973 veröffentlicht wurde und dem er mehrere Kommentare folgen ließ, nicht zu den "Meistgelesenen" zählt, was seine Sonderstellung "abseits des literarisch-intellektuellen Lebens in Frankreich" erklärt. Der Zyklus, den König für das "Hauptwerk" des Lyrikers hält, mache deutlich, wie Frenaud sich einerseits von der reichhaltigen Tradition, in die Rom von jeher eingebunden war, abwendet und andererseits doch mit den ästhetischen Bilder Roms arbeitet. Deswegen frage er in seinem Gedicht wiederholt nach dem "Subjekt des Überlieferten", meint König und sieht den Text als Versuch "selbst zu dem Subjekt" zu werden, nach dem er frage. Ob dies letztlich gelingt, bleibt für den Rezensenten offen, doch bemerkt er bewundert die große "philosophische und religionsgeschichtliche Bildung" des Lyrikers. Am Ende des Gedichts, so König fasziniert, wird Rom mit allen seinen sich überlagernden Überlieferungen zum "reinen Sprachgebilde".
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