Alison Bechdel

Kaputt

Ein Comicroman
Cover: Kaputt
Reprodukt Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783956405006
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Katharina Erben. Von ihrem Zwergziegen-Gnadenhof in Vermont aus fragt sich die Comiczeichnerin Alison Bechdel: Kann sie die Menschheit aus ihrer Todesspirale befreien, indem sie eine bissige Autobiografie über ihre eigene Gier und ihre Privilegien schreibt? Aber wie könnte sie dasitzen und an einem Buch arbeiten, während das Schicksal der Welt am seidenen Faden hängt und das Land, in dem sie lebt, am Rande eines Bürgerkriegs steht? Alison Bechdel hat mit KAPUTT eine autofiktionale Satire geschaffen, in der eine Gruppe liberaler Babyboomer, darunter Alison und ihre Frau Holly, mit den Fallstricken des Kapitalismus konfrontiert wird. Die Clique erfüllt jedes Klischee, das die US-amerikanische Rechte abfällig als "Woke-Kultur" bezeichnet. Das Verblassen von Idealen im Laufe der Jahre und die Zugeständnisse, die man mit zunehmendem Alter macht, quälen die fiktive Alison ebenso wie das Gefühl, mit den TV-Rechten ihres Graphic-Novel-Bestsellers auch ihre künstlerische Unabhängigkeit verkauft zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026

Der Comic-Autorin Alison Bechdel verdankt die Welt nicht nur den berühmten Bechdel-Test, erinnert Rezensentin Marie Gundlach, sondern auch die Comic-Strips "Dykes to Watch Out For" und die Graphic Novel "Fun Home". Ihr neues Werk "Kaputt" klingt zwar wie Karl Marx - die Kapitel heißen "Der Produktionsprozess des Kapitals", "Die Ware" oder "Expropriation des Landvolks" -, doch tatsächlich, baut die Rezensentin falschen Erwartungen vor, geht es um eine Comic-Autorin, die sich mit ihrer Lebensgefährtin auf einen Gnadenhof für Ziegen zurückzieht, um Klimawandel, Spätkapitalismus und der Maga-Bewegung zu entkommen. "Schonungslos und feinfühlig" zugleich sieht die Rezensentin Bechdels in die Jahre gekommenen, linken und diversen Freundeskreis gezeichnet, der schwankend zwischen Resignation und Engagement den Katastrophen der Welt zu entkommen versucht. Die Rezensentin liest es mit Begeisterung, allerdings auch ein wenig konsterniert, wie spießig heute wirkt, was einst alternativ oder punk war.

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