Perlentaucher-Autor

Wolfgang Kraushaar

Wolfgang Kraushaar, geboren 1948, ist Politologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung mit Arbeitsschwerpunkt Untersuchung von Protest und Widerstand in der Geschichte der Bundesrepublik und der DDR (1949 bis 1990); insbesondere 68er-Bewegung, RAF und K-Gruppen; Totalitarismus- und Extremismustheorie; Pop-Kultur und Medientheorie.
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6 Artikel

Postmortale Unschuldsvermutung

Essay 21.09.2026 Neulich atmete die deutsche Öffentlichkeit auf. Endlich schien der Anschlag auf das Haus der Israelitischen Kultusgemeinde  in München im Jahr 1970 geklärt. Sieben Bewohner, Holocaust-Überlebende, sind bei diesem Anschlag ermordet worden. Nachdem sich eine Zeugin vom Hörensagen gemeldet hatte, identifizierte die Polizei einen Rechtsextremisten, der vor einigen Jahren gestorben ist. Aber es gibt erhebliche Zweifel an seiner Täterschaft - vor allem der von der Polizei dargestellte Tathergang ist extrem unplausibel. Denn direkt vor seinem Anschlag mit einem zwanzig Kilo schweren Benzinkanister soll der Täter außerdem noch versucht haben, einen Juwelierladen in der Nähe auszurauben. Eine Rekonstruktion. Von Wolfgang Kraushaar

Gegen den intellektuellen Dammbruch

Essay 10.06.2024 Wir alle sind aufgerufen, Lars-Henrik Gass den Rücken zu stärken. Es geht darum zu verhindern, dass der Antisemitismus erneut zu einem kulturellen Code werden kann. Wie sich dieser Geist ausbreiten konnte, zeigte etwa der Adorno-Preis für Judith Butler im Jahr 2012 und die bis heute anhaltende  Weigerung der Jury, darunter Repräsentanten der Nachfolge-Generation Kritischer Theorie, sich von diesem Preis zu distanzieren. Wir übernehmen Wolfgang Kraushaars Laudatio auf den Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen aus Anlass der Verleihung der Ernst-Cramer-Medaille der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Von Wolfgang Kraushaar

Die Ethnozentriker, ihre Vordenker und die Deutschen

Essay 22.04.2016 Die Auseinandersetzung mit der AfD vor dem Hintergrund der Flüchtlingsfrage wird der Lackmustest für die deutsche Demokratie. Bislang hat die deutsche Politik den Rechtsextremismus schmählich verdrängt - das Versagen im NSU-Skandal reichte bis in die Spitzen des Apparats. Auf die Fünfprozenthürde für die AfD bei den Bundestagwahlen darf keiner mehr hoffen. Wie also umgehen mit der AfD und den von ihr instrumentalisierten Themen? Von Wolfgang Kraushaar