Das
Kröller-Müller Museum in Gelderland in den Niederlanden hat die größte private Sammlung an
Van-Gogh-Gemälden, was der Stifterin Helene Kröller-Müller zu verdanken ist, die schon 1909 die ersten drei Bilder des Malers erworben hat, wie Regine Müller in der
taz weiß. In der Ausstellung "Van Gogh: All unsere Bilder" werden die Gemälde nach Paaren und Gruppen sortiert, was vor allem dann überzeugt, "wenn die jähe künstlerische Entwicklung des Malers auf
fast bestürzende Weise evident wird. Wenn auf den scharfen Blick und die noch gebändigte Malweise des frühen van Gogh die Farbexplosionen des späten folgen, das
Hineinbohren in die Details, in Äste, Wurzeln und Blüten, das sich zugleich mehr und mehr befreit vom Gegenständlichen, sich auflöst in Farbe und Licht. Am meisten aber überrascht, dass diese Ausstellung sich der üblichen Pathologisierung des Malers
verweigert, ohne dass seine psychische Erkrankung verschwiegen würde." Es wird gezeigt, "dass die Kunst für van Gogh ein
Anker der Stabilität war und ein Medium für seinen spirituellen Grundimpuls."
Fast hätte die
Rostocker Kunsthalle schließen müssen, nach dem Ende der DDR und der staatlich verordneten Museumsbesuche waren die Besucherzahlen stark eingebrochen, wäre da nicht der Zahnarzt
Jörg-Uwe Neumann gewesen. Er hat die Kunsthalle
ehrenamtlich übernommen. Mittlerweile kann er sich ein Gehalt zahlen, so erfolgreich ist sein Konzept, Gegenwartskunst und Populäres aus der DDR zu verknüpfen, wie Peter Richter in der
SZ berichtet. Seine Devise: "
Keine Angst mehr vor Figuration, auch nicht vor Kunst aus der DDR. Er holte die Skulptur-Ankäufe der Sechziger- bis Achtzigerjahre aus dem Depot und stellte sie in den Garten, wo sie sich jetzt gegenseitig zu bestaunen scheinen. Er zeigte den Rostockern wieder die alten Bekannten aus der Leipziger Schule, Tübke, Rink, Mattheuer, Sitte … Vor Letzterem habe die Bild-Zeitung eigens gewarnt - Zwischenfrage: Wegen der säftelnden Nackedeis? Neumann: '
Nee, wegen Kommunist' - und so erst recht für Andrang gesorgt."
Weiteres: Die
Astoria Artshow war eigentlich ein Ersatz für die Messe Viennacontemporary, Boris Pofalla gefällt die Messe in der
Wams aber so gut, dass er hofft, sie möge weitergehen. Für die
FAZ schaut Nicole Scheuerer vorbei. Laura Helena Wurth sieht sich für die
FAS auf der
Lyon-Biennale um. Nicola Kuhn
hat im
Tagesspiegel "miese Laune", weil es auf der Baustelle des
Berlin Modern, als Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts geplant, nicht vorwärts geht. Stefan Günther interviewt die Fotografin
Petra Göllnitz für die
NZZ zu ihren Arbeiten, die sich viel mit deutsch-deutscher Geschichte auseinandersetzen. Mit Freuden bestaunt Paula Jänig in der
FAZ die detaillierten Illustrationen, die
Anita Albus für das Buch "Der leidenschaftliche Gärtner" von
Rudolf Borchardt gezeichnet hat. In
Kopenhagen gibt es für Kunst-Fans eine Menge zu entdecken, wie Jens Bülskämper für den
Tagesspiegel berichtet. Lisa-Marie Berndt
interviewt die Fotografin
Gisela Getty für
Monopol, die sich in ihrem neuen Projekt "Age is a Strange Country" mit dem Älterwerden auseinandersetzt.
Besprochen werden die Ausstellung "
Cy Twombly: Sperlonga 1959" in der
Galerie Karsten Greve in Paris (
FAZ) und
Judith Rottenburgs kunsthistorische Studie "Die Kunst der Dekolonialisierung". Vom Aufbruch der afrikanischen Moderne und ihrer planetaren Vision" (
FAZ).