Claudia Cornelsen, Helena Steinhaus

Es braucht nicht viel

Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair & armutsfest machen
Cover: Es braucht nicht viel
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023
ISBN 9783103975574
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Unser Sozialstaat steckt in der Krise. Während die einen Erbschaft und Karriere genießen, darben die anderen ohne Arbeit, ohne Wohnung, ohne Vermögen. Jedes fünfte Kind wächst in Armut auf. Jede dritte Alleinerziehende ist auf Transferleistungen angewiesen. Millionen "Aufstocker" brauchen trotz Arbeit staatliche Hilfe. Von Armut Betroffene werden ausgegrenzt und stigmatisiert. Auch das neue Bürgergeld ändert daran nichts. Ist das der Sozialstaat, den wir wollen ?Helena Steinhaus und Claudia Cornelsen sagen: nein! Mit und dem Wissen aus ihrer konkreten Arbeit demontieren sie die gängigen Erzählungen über Armut und Reichtum. Und sie zeigen, dass eine gar nicht mal so utopische Vision eines fairen und armutsfesten Sozialsystems möglich ist - wenn man an den richtigen Stellen ansetzt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.08.2023

Mit großem Interesse liest Rezensent Michael Wolf die Vorschläge von Helena Steinhaus und Claudia Cornelsens zur möglichen Verbesserung des Hartz IV-Systems. Die Autorinnen, erklärt Wolf, sind Vorstände des Vereins "Sanktionslos", der sich für die Rechte von Leistungsbeziehern einsetzt und sie juristisch im Ernstfall berät. Dabei arbeiten die Autorinnen heraus, dass das neue Bürgergeld keine wesentliche Veränderung und schon gar nicht eine Verbesserung von Hart IV darstellt. Stattdessen bleiben viele Fallstricke für Leistungsbezieher erhalten: eine zu große Wohnung oder teure Interessen des Kindes für Sport können viel Geld kosten und die Empfänger des Bürgergelds in Konflikt mit dem Jobcenter bringen, lesen wir. Leider schaffen die Autorinnen es nicht, eine denkbare Alternative zu dem System zu entwickeln, von vielen fragwürdigen Analysen und Behauptungen, wie dem angeblichen Fehlen einer Erbschaftssteuer in Deutschland, abgesehen, moniert Wolf. Trotzdem gibt das Buch den Ärmeren eine Stimme, und schon das macht es für den Kritiker lesenswert.